Digitaler Vertrieb für Händler vor Ort

Online verkaufen bedeutet für Händler vor Ort das Betreiben einer zusätzlichen Filiale im Internet. Die Kasse heißt im Onlinehandel Warenkorb und die potenziellen Kunden kennen im Internet keine Öffnungszeiten. In diesem Blogartikel geht es um die Kostenstrukturen für den digitalen Vertrieb mit Amazon, Onlineshop und Co.

Das sind die relevanten Verkaufsplattformen online im Internet

Die Digitalisierung des eigenen Business bietet Händlern vor Ort die Chance Umsätze zu skalieren und das Unternehmen somit krisenfest zu machen. Denn der boomende Onlinehandel öffnet ortsgebundenen Unternehmen den Zugang zu der nicht ortsgebundenen Zielgruppe der Online-Käufer. Außerdem ist diese Zielgruppe beim Online-Shopping nicht an Öffnungszeiten gebunden. 

In Deutschland können Händler folgende, relevante Verkaufsplattformen als digitale Filialen nutzen: 

  • Marketplaces: Amazon, Ebay, Etsy 
  • eigene Website mit integriertem Onlineshop 
  • Full Service Lösung: Shopify 

Die Funktionsweisen sowie Vor- und Nachteile aller genannten Verkaufsplattformen erläutere ich in dem hier verlinkten Blogartikel ausführlich. 

Für jeden dieser digitalen Vertriebskanäle gilt grundsätzlich: Die potenziellen Kunden erwarten ein Einkaufserlebnis, das in einen sicheren Kaufprozess mündet und mit einem exzellenten Service im Nachgang der Bestellung endet. 

Wie Händler ein Einkaufserlebnis kreieren, das stelle ich in dem hier verlinkten Blogartikel zum digitalen Marketing vor. 

Vorsicht Kostenfalle: So viel Geld kostet der Onlinehandel 

Wer langfristigen Erfolg mit seiner Filiale online im Internet haben will, der muss wissen wo, auf welche Art und Weise und zu welchen Preisen er seine Produkte verkauft. 

Denn nicht jede Verkaufsplattform ist für jedes Unternehmen bzw. jedes Produkt geeignet! Dein Geschäft vor Ort richtest Du auch danach aus, was Du tatsächlich im Stande bist zu leisten. Oder würdest Du an einem verkaufsoffenen Sonntag teilnehmen, wenn Du an diesem Tag weder ausreichend Personal noch Lagerbestand hast? 

Die passenden Verkaufsplattformen solltest Du in erster Linie auf Basis der Kostenstruktur ermitteln. Dabei lassen sich pauschale Kosten im Onlinehandel leider in der Regel noch schwerer prognostizieren als vor Ort. In jedem Falle ist die Kostenstruktur online kleinteiliger und dynamischer. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Kostenstruktur für jede digitale Verkaufsplattform: 

Amazon 

Das Verkaufen über den Marktplatz Amazon ist theoretisch kostenfrei. Jedoch sind die Funktionen des Amazon Verkäufer Kontos im Tarif Einzelanbieter sehr, sehr eingeschränkt. Daher lohnt sich in jedem Fall der Invest in den Verkaufstarif Professionell. Dafür berechnet Amazon monatlich pauschal ca. 40 Euro. 

Neben diesen überschaubaren Fixkosten fallen beim Verkauf via Amazon zusätzlich variable Kosten pro Bestellung an. Und genau hier entscheidet sich, ob der Marketplace Amazon für die Digitalisierung des eigenen Business Sinn macht  – oder eben nicht. Pro Bestellung müssen Händler eine prozentuale Verkaufsprovision an Amazon abführen. In der Regel verlangt Amazon zwischen sieben und 15 Prozent Provision – und zwar vom Brutto-Verkaufspreis! 

Ebay 

Das Verkaufen über den Marktplatz Ebay ist im Vergleich zu Amazon definitiv mit Fixkosten verbunden. Ebay bietet vier kostenpflichtige Verkaufstarife an, die sich einfach ausgedrückt an der größe des Shops bzw. der Anzahl an angebotenen Produkten richten. Die meisten Verkäufer kommen mit dem Basis Shop für ca. 40 Euro pro Monat klar. Der Top Shop kostet ca. 80 Euro, der Premium Shop ca. 300 Euro. Außerdem gibt es den Platin Shop für 5.000 Euro pro Monat. 

Neben den Fixkosten fallen beim Verkauf via Ebay ebenfalls variable Kosten pro Bestellung an. Auch Ebay verlangt pro Bestellung eine Verkaufsprovision im einstelligen Prozentbereich. Diese ist jedoch mit 99 Euro pro Monat gedeckelt. 

Etsy

Auch bei Etsy fallen Fixkosten an, jedoch nicht für Shops oder Konten. Sondern Etsy verlangt eine kleine Pauschale pro angebotenem Produkt. Die pauschale Einstellungsgebühr beläuft sich auf ca. 20 Cent pro Artikel. 

Zusätzlich zum kleinen Fixkostenblock verlangt auch Etsy eine Provision pro Bestellung. Diese beträgt fünf Prozent des Verkaufspreises. Dazu kommt eine Bearbeitungsgebühr von drei Prozent und eine Gebühr für die Zahlungsbearbeitung von ca. 30 Cent.

Eigener Onlineshop 

Für das Betreiben eines eigenen Onlineshops brauchst man eine eigene Website. Hier entstehen definitiv laufende Fixkosten in einem überschaubaren Rahmen: Domain, Web Hosting und SSL Zertifikat. In Summe ist hierfür ein niedriger, dreistelliger Betrag pro Jahr einzuplanen. 

Für die Gestaltung der Website kann man entweder eine Agentur beauftragen oder mit einem kostenlosen bzw. kostengünstigen Baukasten-Systemen in Eigenregie arbeiten. Die Beauftragung einer professionellen Agentur kann einmalig mit einem mittleren, vierstelligen Betrag angesetzt werden. Die Gestaltung der Website mit einem Baukasten-System, wie Marktführer WordPress, ist grundsätzlich kostenlos. Kosten entstehen nur dann, wenn Premium Themes oder Plugins gekauft werden. 

Die Integration eines Shopsystems ist bei WordPress und vielen anderen System ebenfalls nicht mit Fixkosten verbunden. Wie bei der Website, gilt auch für den Shop: Das Outsourcing an eine Agentur wird einen vierstelligen Betrag kosten. 

Variable Kosten entstehen beim Betreiben eines eigenen Onlineshops ebenfalls. Wie hoch diese ausfallen, hängt ganz vom individuellen Setup von Website und Shop ab. Eine gesicherte Kostenstelle ist die Einbindung von Zahlungsdienstleistern. Moderne Onlineshops bieten auf jeden Fall die Zahlungsweise PayPal und Amazon Pay an. 

Shopify

Bei der Full Service Lösung Shopify fallen ebenfalls Fixkosten für die verschiedenen Pakete an. Einsteiger starten mit dem Basis Paket, das ca. 30 Euro pro Monat kostet. Erweiterungen sind für ca. 80 Euro bzw. 300 Euro möglich. Außerdem fallen, wie bei der Website mit integriertem Onlineshop, kosten für die Domain an. 

Variable Kosten entstehen durch Transaktionsgebühren pro Bestellung sowie eine prozentuale Verkaufsbeteiligung. Dieser Kostenblock hängt allerdings ganz davon ob, welches Shopify Paket gebucht wurde. Eine genaue Übersicht über die komplexe Matrix findest Du hier.

Fazit: Augen auf bei der Wahl der Verkaufsplattform! 

Wer sein Geschäft vor Ort digitalisieren möchte, der steht in Sachen Verkaufsplattform vor der Qual der Wahl. Um die Auswahl zu verkleinern, empfiehlt sich ein genauer Blick in die Kostenstrukturen der unterschiedlichen Verkaufsplattformen. Wer online verkaufen und profitabel sein will, muss gut und vorausschauend kalkulieren. Darum empfehle ich dringend: Augen auf bei der Wahl der Verkaufsplattform!

Symbolgrafik Onlineshopping: © ST.art – stock.adobe.com

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