Shitstorm

Der umgangssprachliche Begriff Shitstorm beschreibt eine Welle der Entrüstung in sozialen Netzwerken. Die Entrüstung schlägt sich meist bei Social Media in Form von negativen Kommentaren und Reaktionen auf einen bestimmten Content (Inhalt). 

Opfer von Shitstorms & Eigendynamik

Besonders anfällig für Shitstorms sind in den letzten Jahren politische Parteien, PolitikerInnen und KandidatInnen. Aber auch Unternehmen, Influencer oder Personen des öffentlichen Lebens können Opfer eines Shitstorms werden. Immer dann, wenn Social Media Plattformen Möglichkeiten der Interaktion in Form von Kommentaren anbieten, muss ein Content Creator auf negative Rückmeldungen eingestellt sein. 

Die Entstehung von Shitstorms ist eng verbunden mit dem Begriff der Eigendynamik. Die Welle der Entrüstung scheint sich beinahe zu verselbstständigen. Dahinter stecken natürlich technische Mechanismen, genauer gesagt die Algorithmen der Social Media Plattformen. Die Funktionslogik- und weise von Facebook und Co. spielt Content mehr Nutzern aus, wenn ein Inhalt Interaktion generiert. Negative Kommentare sind in dieser Logik förderlich für die Interaktion bzw. das Engagement, was die Eigendynamik von Shitstorms erklärt. Es steht jedoch außer Frage, dass es nicht nur technische Erklärungsansätze gibt.

Krisenmanagement im Online Marketing

Auch wenn sich ein Shitstorm in der Regel innerhalb kürzester Zeit verselbstständigt, gilt ein professionelles Community Management als effizienteste Form der Ansammlung von negativem Feedback entgegenzutreten. Grundlage des Community Managements sollte stets eine Netiquette sein, eine Art freiwillige und selbst aufgelegte Hausordnung für Betreiber von Social Media Plattformen.

Eine Netiquette ist nicht rechtsbindend. Jedoch lassen sich auf dieser Basis Maßnahmen wie die Löschung bzw. Moderation von Beiträgen und Nutzern transparent argumentieren. 

Abgrenzung von Kritik und Hate-Speach

Im Falle eines Shitstorms muss das Community Management sensibel agieren. Negative Kommentare sind das Recht eines jeden Nutzers von Facebook oder Twitter, wo in der Regel Shitstorms viral gehen. Jedoch sollten Content Creator unbedingt gegen jede Form von Beleidigung, Hetze, Mobbing, Diskriminierung und Drohungen vorgehen. 

In der medienwissenschaftlichen Diskussion ist außerdem das genaue Gegenteil vom Shitstorm der Candystorm. Vom Candystorm wird gesprochen, wenn Nutzer mit einer Welle des Zuspruchs auf Content reagieren. 

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